Feinstaub-Diskussion: Mehr ÖPNV nötig!

Veröffentlicht am 08.08.2017 in Kreistagsfraktion

Eine S-Bahn im Bahnhof Wiesloch-Walldorf (Bild: Zwiadowca21/Wikipedia/CCBYSA)

Die aktuellen Diskussionen um Feinstaub und Stickoxidbelastung machen es überdeutlich: Der Straßenverkehr bringt trotz vielerlei Maßnahmen eher mehr anstatt weniger Umwelt- und Klimabelastung mit sich. „Umsteuern“ ist gerade jetzt angesagt. Deshalb setzen viele Kreisräte, gerade auch in der SPD-Fraktion, auf den Nahverkehrsplan Rhein-Neckar, der nur alle paar Jahre neu aufgestellt wird, und in der Folge dann umgesetzt werden soll.

„Vom vorliegenden Entwurf sind wir aber noch nicht überzeugt“, so Fraktionsvorsitzender Dr. Ralf Göck (Brühl), der in der jetzt zu Ende gehenden zweiten Beteiligungsrunde zusammen mit der Umwelt-Expertin seiner Fraktion, Dr. Brigitta Martens-Aly (Wiesloch), eine weitere Stellungnahme einreichte, mit der das „Umsteuern“ noch deutlicher herausgearbeitet werden soll.

„Mehr Werbung für unseren vorhandenen, recht gut ausgebauten ÖPNV“ wird darin ebenso als Ziel angeregt wie die bessere Verknüpfung des Radverkehrs und alternativer Beförderungsmodelle wie Bürgerbusse und Ruftaxis damit, „denn es ist auch nicht gut, wenn große, leere Busse durch die Landschaft fahren“. Auch Carsharing komme zwar in dem Nahverkehrsplan vor, aber eher als mögliches denn als notwendiges Mittel, obwohl es auch für den ländlichen Raum gute Chancen bietet, „individuelle Autokilometer“ einzusparen.

Auch Manfred Zuber (Walldorf), Sprecher des Arbeitskreises Umwelt und Technik der Fraktion, meint: „Wer den aktuellen Entwurf zum Nahverkehrsplan mit der Erwartung liest, der Plan würde zu einem Mobilitätsplan weiter entwickelt, wird enttäuscht.“

Insgesamt geht es der SPD Kreistagsfraktion um mehr Entschlossenheit für einen besseren Nahverkehr, „denn jeder eingesparte Kilometer Autoverkehr entlastet die Umwelt und das Klima“, so Göck. Konkret bedeutet das, dass der Anteil des ÖPNV an den zurückgelegten Wegen im Rhein-Neckar-Kreis erhöht werden muss. Hier werde in dem Gültigkeitszeitraum des Nahverkehrsplanes auch die Digitalisierung eine große Rolle spielen, um Fahrleistungen zu bündeln.

Und deswegen bleibe man auch dabei, dass das Sozialticket, also die verbilligte Nutzung des ÖPNV für Geringverdiener, einen entlastenden Effekt habe. Auch hier sollte ein Bekenntnis im Nahverkehrsplan stehen, dass dies förderungswürdig sei, um mehr Menschen weg vom Individualverkehr zu bringen, egal ob am Ende die Gemeinden, der Kreis oder das Land hier in die Umsetzung gehen.

 

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