Gerhard Engelsberger las Martin Schulz: „Wenn ein Visionär erzählt“

Veröffentlicht am 05.09.2017 in Ortsverein

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„Er ist einer der seit Adenauer und Brandt in Deutschland vermissten Visionäre“ – so der als „Vorleser“ angetretene Gerhard Engelsberger, SPD-Vorsitzender in Dielheim und ehemalige Pfarrer in Wiesloch. 24 Stunden nach dem TV-Duell des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz mit der CDU-Kanzlerin Angela Merkel hörten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher im Weingut „Goldene Gans“ in Dielheim – nicht im O-Ton, aber von einem versierten Leser, Medienmenschen und Schreiber überzeugend vorgetragen – Gedanken von Martin Schulz, die er in seinem „Buch „Was mit wichtig ist!“ zusammengetragen hat, vor.

Im Mai 2017 hat Martin Schulz ein nach Überzeugung von Gerhard Engelsberger „lesenswertes Buch“ geschrieben und herausgegeben, das alle wesentlichen Themen aufgreift, die die Menschen in Deutschland bewegen. Schulz erzählt dabei aus der eigenen Erfahrung eines Schulabbrechers in der 11. Klasse Gymnasium ebenso wie aus der Sicht des langjährigen Präsidenten des Europäischen Parlaments, greift den neuen Generationenkonflikt ebenso auf wie die Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Selbstverständlich ist sein vehementes Eintreten für ein einiges Europa bei vielen außenpolitischen Themen, insbesondere einer europäischen Friedenspolitik. Beeindruckend ist seine Schilderung des mehrmaligen Besuchs von Verdun, dem Ort einer der grausamsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges zwischen Deutschland und Frankreich. Wegweisend sind die gemeinsamen Einsichten mit dem mittlerweile verstorbenen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher: „In Verdun versagt heute der Handy-Empfang.“

Engelsberger liest so intensiv, dass man Martin Schulz hört. Man hört die Zwischentöne, spürt die Nachdenklichkeit des Kanzlerkandidaten, bleibt bei einer Geste des Lesers hängen und sinnt dem einen oder anderen Gedanken nach, bleibt mit Hilfe der Geste bei einem dieser Gedanken hängen. Eine wesentliche Aufwertung der Veranstaltung war das Miteinander von Vater und Sohn: Christoph Engelsberger gestaltet seit vielen Jahren technisch und am Keyboard das „Literaturgottesdienst-Team“ aus Wiesloch und Walldorf bei über 70 Literaturgottesdiensten, gibt beachtete eigene CDs heraus und arbeitet bei vielfachen Veranstaltungen kongenial mit seinem Vater zusammen. Mit seinen Überleitungen vom einem zum nächsten Kapitel des 190 Seiten starken Buches setzt er ganz eigene, nachdenkliche Zeichen.

 

Der Abend wird nur wenige bei ihrer Wahlentscheidung beeinflussen. Doch er hat deutlich gemacht, dass das gespannte Hören auf Gedanken anderer eine wesentliche Voraussetzung der Demokratie ist. Hörerinnen und Hörer, Diskutierende und Andersdenkende waren sich einig: „So geht Demokratie.“

(Martin Schulz, Was mir wichtig ist, Berlin Juni 2017, 190 S., ISBN-13: 978-3737100304) 16 €.

Der Erlös des Buches geht an den Kinderschutzbund Deutschland.

 

 

 

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Zum Rücktritt von Martin Schulz habe ich ihm folgenden Brief geschrieben: Lieber Martin, ich habe bei unserem Neujahrsempfang am vergangenen Freitag Folgendes gesagt: Als ich Martin Schulz vor etwa einem Jahr begonnen habe, aus der Nähe zu beobachten, habe ich einen Mann kennengelernt, dem im Leben nicht immer alles gelungen ist. Der sich wieder aufgerappelt hat. Dem hilfreiche Hände zur Seite standen. Und der dann eine beeindruckende Karriere hingelegt hat bis zum

05.02.2018 16:26
Berliner Zeilen 02/18.
Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, vergangene Woche habe ich einen Unternehmer getroffen, der seine Firma aus einem Schuppen heraus aufgebaut hat und heute mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ganz Europa erfolgreich ist. Solche Leute treffe ich immer gerne. Ich habe Hochachtung vor ihrer Lebensleistung und der Verantwortung, die sie für sich, ihre Familien und Beschäftigten tragen. Das Gespräch ist so verlaufen, wie ich es oft erlebe:

CDU und CSU wollen den Familiennachzug zu subsidiär Geschützten vollständig abschaffen. Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, würde er sich angesichts einer so unchristlichen Haltung im Grabe herumdrehen. Die Werte einer einstigen Familienpartei werden über Bord geschmissen und auf dem Altar des Populismus geopfert, um sich über eine nächste Landtagswahl zu retten. Für eine bessere Steuerung und Ordnung, auch Begrenzung, von Fluchtbewegungen, für die ich eintrete, braucht es ein Gesamtkonzept ineinander