Die SPD möchte Dielheim zur Klimagemeinde machen.

Veröffentlicht am 25.02.2020 in Kommunalpolitik

Foto (Alexander Lucas) von links nach rechts: Bürgermeister Thomas Glasbrenner, Gemeinderat und stellv. Vorsitzender SPD Dielheim Jaric Krumpholz, Kreisrätin Andrea Schröder-Ritzrau, Landtagsabgeordnete Gabi Rolland, Fraktionssprecher Josef Blum

Gabi Rolland, umwelt- und klimaschutzpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion Baden-Württemberg zu Besuch in Dielheim

Dielheim. „Der Klimawandel ist die aktuell größte Herausforderung der Menschheit. Um unsere Welt zu retten, müssen wir hier in Dielheim anfangen. Wir wollen Dielheim zur Klimagemeinde machen.“ eröffnete Jaric Krumpholz, stellvertretender SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Gemeinderat die Diskussionsveranstaltung, zu der neben der umwelt- und klimaschutzpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Gabi Rolland, auch Kreisrätin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau und Bürgermeister Thomas Glasbrenner zu Gast waren. Diskutiert wurden Möglichkeiten des Klimaschutzes auf kommunaler Ebene, eben auch in einer kleineren Gemeinde wie Dielheim.

Bürgermeister Thomas Glasbrenner startete den Abend mit einer Bestandsaufnahme der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen der Gemeinde Dielheim, neben der neuen umgerüsteten klimafreundlicheren Straßenbeleuchtung, sei die gerade laufende Stellenausschreibung für einen Klimaschutzmanager ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz in Dielheim. Trotz allem bleibe in Dielheim viel zu tun. Ein vorhandenes Klimaschutzkonzept, das im Jahr 2017 erstellt worden ist, konnte mangels Personals bisher nicht umgesetzt werden. Da seien andere Gemeinden schon weiter, so der Bürgermeister

„Es bleibe noch viel zu tun“ knüpfte SPD-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender Josef Blum hier an die Worte des Bürgermeisters an. In Zusammenarbeit mit der Verwaltung wolle man das Thema Klimaschutz jetzt ganz oben auf der Agenda des Gemeinderats setzen.

Danach hielt Landtagsabgeordnete Gabi Rolland einen Vortrag über die Bemühungen zum Schutz des Klimas auf Landesebene und konnte dabei ihre eigenen persönlichen Erfahrungen als ehemalige Stadträtin in Freiburg einbringen. Sie rief in Erinnerung, dass sogenannte Kippelemente bevorstehen können, die einen unkontrollierbaren Prozess der Klimaerwärmung in Gang setzen können. Sie rief daraufhin zum beherzten Handeln auf – auch Landesebene müsse hier viel mehr getan werden.

Dr. Andrea Schröder- Ritzrau ergänzte dabei durch ihre beruflichen Erfahrungen als Geologin, sowie mit ihrem Blick aus dem Kreistag und dem Gemeinderat Walldorf. Sie verdeutlichte, dass Klimaschutz nicht eine Sache des Haushaltes sein darf, welches nur bei guter Finanzlage angegangen werden kann.

Beendet wurde die Veranstaltung mit einer Frage- und Diskussionsrunde. Die Anwesenden hatten an die Vortragenden, insbesondere an Gabi Rolland, einige Fragen, Ideen und Impulse. Die Gemeinde könne einen „ökologischen Fußabdruck“ erstellen und auswerten. Hier ist eine Energiebilanz der Gemeinde sinnvoll, aus der deutlich wird, welchen Einfluss die Einwohner, das Gewerbe, die Landwirtschaft, die Gebäude, der Verkehr, etc. auf das Klima haben. Bei baulichen Maßnahmen der Gemeinde könne viel gespart werden, so dass durch eine Änderung der Vergabeordnung bei Ausschreibungen verstärkt auf Nachhaltigkeit gesetzt wird und klimaneutrale Projekte priorisiert werden. Als Beispiel ist hier die zum Teil schon erfolgte Umrüstung der Straßenbeleuchtung zu nennen. Aber auch die sinnvolle Nutzung von Nah- und Fernwärme bei neuen Baugebieten oder Car-sharing Angebote bei zusammenhängenden Wohneinheiten.

Erkannt wurde, dass Kinder und junge Erwachsene die Klimaschützer von heute und morgen sind und eine Vorbildfunktion einnehmen (müssen). Deshalb können jährliche Ausflüge der Dielheimer Schulen in die KLIMA-Arena Sinsheim zur Bildung beitragen. Als weitere Anregungen wurden die Entstehung von Fairtrades-AGs sowie die Reduzierung des Fleischkonsums in den Mittagsgerichten und die richtige Schulung im Umgang mit digitalen Mitteln im Hinblick darauf, dass die Energiekosten des Internets, vor allem von Streaming-Diensten enorm sind.

Für den privaten Bereich kann die Gemeinde Hilfestellung für die „optimale“ Nutzung von Förderprogrammen bei z.B. Photovoltaik-Anlagen bieten. Auch das Modell der Energiegenossenschaft wurde erwähnt, bei dem sich viele Einwohner zusammenschließen und auch bei Wegfall der geförderten Vergütung von privat finanzierten Anlagen wirtschaftlich zusammen sinnvoll handeln. Zudem wurde die Sanierung von privaten Gebäuden, insbesondere das Dämmen, als wichtigen Punkt angesprochen. Hier gehe sinnlos zu viel Energie verloren.

 

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