Kulturtreff 2018 der SPD Dielheim war ein voller Erfolg

Veröffentlicht am 11.06.2018 in Veranstaltungen

Besuch vom SPD-Kreisvorstand: Dominique Odar und Andrea Schröder-Ritzrau mit Gerhard Engelsberger und Leonard Grünberg

Seit Jahren ist der alljährliche Kulturtreff des SPD-Ortsvereins im wunderschönen Ambiente des Innenhofs des Rathausnebengebäudes eine feste Größe im Jahreskalender der Gemeinde Dielheim. Am Sonntag, 3. Juni, fand die diesjährige Neuauflage statt und erfreute sich dank des hochkarätigen und vielfältigen Programms und des schönen Wetters eines höhen Zuspruchs der Bevölkerung.

Gerhard Engelsberger, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hatte dem Kulturtreff in diesem Jahr unter dem Motto „Mir bleiwe ä bissel dehoam“ neuen Schwung verliehen, indem er regionale Kultur „zum gucke, höre un mitmache“ nach Dielheim holte.

Wie der Publikumszuspruch zeigte, war ihm dies gelungen - nicht nur im Bereich Mundart. Karin Pfeifer aus Kronau hatte ihre Landschafts- und Tierbilder in Aquarell, Acryl und Öl ausgestellt. Von dem Baiertaler Pit Elsasser waren nicht nur mit unterschiedlichen Materialien hergestellte Portrait-Skulpturen zu sehen, das Publikum durfte beim Modellieren auch selbst Hand anlegen und ihm beim Erstellen eines Tonkopfes zusehen, der unverkennbar den Bundestagsabgeordneten Dr. Lars Castellucci darstellte. Natürlich war der Abgeordnete auch selbst anwesend und saß Modell.

Für musikalische Zwischenspiele sorgten die Sänger Alexander Rohr mit bekannten Coversongs begleitet von Christoph Engelsberger am Keyboard. Zu einem Vater-Sohn-Duett kam es, als Gerhard Engelsberger „demokratischen Liedern“, wie das Heckerlied der Badischen Revolution, das Badnerlied und „We shall overcome“, das Protestlied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zum Besten gab. Die ausgeteilten Liedblätter luden zum Mitsingen ein.

„Hosch schun ghört, was isch ghört häb?“, fragt Anna aus Reilingen und schon erzählt sie einem den neuesten Tratsch, ob man ihn hören will oder nicht. Der Gitarrist und Songschreiber Charly Weibel gab seine Erfahrungen mit Anna auf dem SPD-Kulturtreff in Dielheim in einem seiner Mundartlieder zum Besten und befürchtete gar, dass er sie auch noch in der Hölle antrifft, wo sie nicht einmal den Teufel zu Wort kommen lässt.

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung lauschten die zahlreichen Gäste im heimeligen Innenhof des Rathausnebengebäudes begeistert den Songs des SPD-Kreisrates und mehrfachen Mundart-Preisträgers, in denen er überaus humorvoll vom Alltagsleben erzählt, dass  „Hochdeutsch dick macht“, „auf dem Friedhof immer was los ist“ und dass er, Charly, niemals Eskimo wird, denn „do isch’s so kalt uff em Klo“. 

Mit Anton Ottmann trat ein zweiter Mundartpreisträger auf. Er erzählte mit seiner Frau Ursula „Dielemer Gschichtlin“, in denen die „Wieslocher Stehkräje“ früher ihren „Buwe“ einprägten: „Liewer dumm un schiele, als ä Frao aus Diele“. Außerdem wurde der Frage nachgegangen, warum es Dielheim so viele Bürger mit dem Namen Teufel gibt, welcher Art das Gespenst war, das vor Jahren die Ordensschwestern im Kindergarten heimsuchte, und wie der legendäre Fußballpfarrer Walter über die Moral der Gemeinde wachte.

Inge Geier vom Theaterkeller forum 84 in Walldorf ergänzte das Mundart-Angebot mit fast 100 Jahre alten Gedichten der Pfälzer Mundart-Autoren Lina Sommer (1862 – 1932) und Hans Glückstein 1888 – 1931), die aber bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben. Mit ihrer Auswahl spannte sie den Bogen von den „Bobbelin“ und Schulkindern über die Pubertät bis hin zu „Gesprächen unter Männern“ und dem Erwachsensein als solchem.

Selbst Bürgermeister Thomas Glasbrenner, der als Überraschungsgast launige „Anekdoten in Rathäusern“ vortrug, erwies sich als Experte in der Mundartforschung. So führte er aus, dass der Laut „ü“ im badischen Dialekt überhaupt nicht vorkomme. Er werde durch „i“, „ie“, „er“ ersetzt oder gar durch eine völlig neue Wortschöpfung: dünn - dinn, Tür – Dier, stürzen – sterze, Gülle - Pfuhl, Tschüss – alla dann.

Einen Einblick der anderen Art gewährte der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci, der sich nach eigenen Worten schwer damit tat, keine politische Rede zu halten. Er entschädigte mit einer poetischen Beschreibung des Comer Sees, an dem er vor Kurzem seinen Urlaub verbrachte: „Stille auf dem Weg, Zivilisation hinter sich lassen, Kräuterduft, Licht von den Blättern reflektierend, in den Wald eintauchend…“.

Politischer wurden dagegen die Jusos Leonard Grünberg und Jaric Kumpholz, die unter dem Titel „Wenn Jugend träumt“ ihre politischen Vorstellungen und Ziele in den Raum stellten und zustimmenden Beifall ernteten.

Gerhard Engelsberger zeigte sich zufrieden dass das erweiterte Programmangebot angenommen wurde: „Ich möchte, dass der Dielheimer SPD-Kulturtreff neue kulturelle und heimatverbundene Einblicke schafft, damit die Gemeinde unterstützt und die Bürgerinnen und Bürger einbindet.“ Dies ist ihm gleich auf Anhieb gelungen und lässt hoffen, dass sich die Veranstaltung auf Dauer zu einem kulturellen Treffpunkt in Dielheim entwickelt und über alle Parteigrenzen hinweg angenommen wird.

Anton Ottmann/ Alexander Lucas

 

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06.07.2018 13:52
Berliner Zeilen 10/18.
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