SPD-Ortsverein Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach feierte in einem würdigen Rahmen seinen 30. Geburtstag

Veröffentlicht am 27.03.2007 in Ortsverein

Vergangenen Samstagabend feierte der SPD-Ortsverein Mühlhausen-Tairnbach-Rettigheim sein 30-jähriges Bestehen. Ort der Feierlichkeiten war der Saal des Bürgerhauses in Rettigheim. Sofort ins Auge fielen die von den SPD-Frauen Karin Hassfeld, Karin Zörb und Rosi Wirkner liebevoll dekorierten Tische. Peter Wirkner, seit 1994 Vorsitzender der SPD Mühlhausen-Tairnbach-Rettigheim begrüßte die geladenen Gäste, darunter auch MdB Professor Gert Weisskirchen, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Karl-Peter Wettstein und den SPD-Kreisvorsitzenden Lars Castellucci mit Handschlag.

In seiner Ansprache betonte Wirkner, dass der SPD-Ortsverein eigentlich schon seit 33 Jahre bestehen würde. Am 1. Dezember 1974 wurde er von 35 Genossen aus der Taufe gehoben. Erster Vorsitzender war Leo Rühl. Wirkner freute sich, dass sich drei der damaligen Gründungsmitglieder unter den Festgästen befanden, nämlich Karl-Peter Wettstein, Peter Pfeifer und Paul Egenlauf. Zu den altgedienten und in Ehren ergrauten „Frontkämpfer“ des SPD-Ortsvereins zählte Wirkner auch Gerhard Zörb. „Ohne den Gerhard gäbe es keine 33-jährige Vereinsgeschichte“, so der Vorsitzende schmunzelnd. Den SPD-Ortsverein Mühlhausen-Tairnbach-Rettigheim bezeichnete Wirkner als einen Verein der besonderen Art. „Dieser Ortsverein ist lebendig und dynamisch. Da passiert was!“, rief er den Festgästen zu. Etwas aber passiert beim SPD-Ortsverein nicht: „Wir machen uns nicht gegenseitig nieder und wir verletzen niemand in seinen Gefühlen.“ Gefragt ist Solidarität, Freundschaft und Mitgefühl unter den Genossen. „Ich kam vor 20 Jahren nach Rettigheim und fühle mich hier pudelwohl“, so ein zufriedener Vorsitzender. Wirkner verschmitzt lächelnd: „Wir wünschen uns im Gemeinderat die absolute Mehrheit und geben dieses Ziel nicht auf. Am Ende steht der Sieg des demokratischen Sozialismus.“ Gerhard Zörb verwies auf einen Tisch, auf dem prall gefüllte Leitz-Ordner mit Zeitungsausschnitten lagen. „In diesen Ordnern ist die Geschichte unseres SPD-Ortsvereins lückenlos enthalten“, so Zörb. In der Tat sammelte der 1980 in die SPD Mühlhausen eingetretene Gemeinderat dank seiner ausgeprägten Sammelleidenschaft alle Zeitungsausschnitte, welche mit dem SPD-Ortsverein in irgendeiner Weise zusammenhingen. Beim späteren Schmökern konnte man viele Namen von ehemaligen Redakteuren wie Wolfgang Pfeifer, Ernst Maurer oder Rudolf Lehr lesen. Herrlich auch die Bildüberschriften und reißerischen Aufmachungen. In den Jahren, als die SPD in den Gemeinderat von Mühlhausen kam, flogen scheinbar bei jeder Gemeinderatssitzung die Fetzen. Zörb: „Damals war es ganz schön mutig, einen SPD-Ortsverein zu gründen oder der SPD als Mitglied beizutreten.“ Die Genossen wurden mit den Kommunisten über einen Kamm geschoren. Mit Schaudern erinnerte sich Zörb an die Auseinandersetzungen mit Rechtsradikalen. Mehr als einmal bekam er von Rechtsradikalen Todesdrohungen, wie “ Ich stecke Dir rote Sau das Messer in den Ranzen!“ Ganz zu schweigen von den nächtlichen Anrufen. Doch die Genossen vertraten eisern ihre Meinung und ließen sich von den Drohungen nicht einschüchtern. Gefragt war Zivilcourage und diese war und ist bei den Genossen stets vorhanden. Leo Rühl gab den Vorsitz im Jahre 1980 an Renate Lingg weiter. Schon nach einem halben Jahr übergab diese die Führung an Gerhard Zörb. Obwohl er 1985 „abgewählt“ wurde, hielt Zörb dem SPD-Ortsverein auch weiterhin die Treue. Sein Nachfolger wurde Klaus Fellhauer. Diesem folgten Dr. Gerhard Netzeband, Leo Rühl, Erwin Steck und ab 1994 Peter Wirkner. In den vergangenen 33 Jahren hat der SPD-Ortsverein sehr viel bewegt. Zörb nannte Schlagworte wie Tongrube Rettigheim, Grundschule Tairnbach, den Erhalt des Hohlweges in Richtung Dielheim, Tonabfuhrweg und, und, und. Zörb erinnerte auch an die Zeiten, als von den Jusos großartige Rockkonzerte auf die Beine gestellt wurden. Auch sah er es als einen Verdienst der SPD an, dass Mühlhausens berühmter Schriftsteller Hans Bender die Ehrenbürgerwürde verliehen bekam. Zörb bedauerte, dass den Anträgen der SPD-Fraktion auf Einstellung eines Jugendsozialarbeiters kein Erfolg beschieden wurde. Rückblickend stellte er fest: „Wir waren und sind immer sehr mutig!“ Gert Weisskirchen erinnerte in seinem Grußwort an die Regierungszeiten unter Willy Brandt und Helmut Schmidt. Diese Jahre bezeichnete er als die Zeit des Aufbruchs und die besten Zeiten für die Arbeitnehmer. Es war auch die Zeit der tief greifenden sozialen Reformen. Weisskirchen: „Gerechtigkeit, Freiheit, soziales Denken und Handeln oder Solidarität sind Schlagworte, die der SPD-Ortsverein Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach schon seit 33 Jahren vorlebt“.Grußworte kamen auch vom SPD-Ortsverein Walldorf, dessen Vorsitzender Roland Portner an Peter Wirkner einen Scheck überreichte. Wolfgang Moritz von der SPD Nussloch und SPD-Kreisvorsitzender Lars Castellucci reihten sich ebenfalls in die Schar der Gratulanten ein. Nach einem gemeinsamen Abendessen saß man noch gemütlich beisammen und erzählte von den alten Zeiten, die nicht immer gut waren und so manchen SPD-Ortsvereinsvorsitzenden verschlissen haben. Als eine sehr ergiebige Quelle erwies sich Paul Egenlauf, der nicht nur die Nazizeit miterlebte, sondern auch Gewerkschaftler aus Passion war und das Wachsen des SPD-Ortsvereins Mühlhausen-Tairnbach-Rettigheim hautnah miterlebte. Mit ihm zu plaudern war für den Chronisten dieses Berichtes ein Genuss.

Entnommen aus der Gemeinderundschau vom 22.03.2007

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