Wege, der Altersarmut vorzubeugen

Veröffentlicht am 07.07.2017 in Veranstaltungen
Dominique Odar (SPD Rhein-Neckar), Bettina Latsch (AWO), Holger Schröder (SPD Mühlhausen), Christiane Hütt-Berger (SPD Rauenberg), Andrea Schröder-Ritzrau (SPD Rhein-Neckar)
Dominique Odar, Bettina Latsch, Holger Schröder, Christiane Hütt-Berger, Andrea Schröder-Ritzrau

SPD-Veranstaltung zum Thema „Was wird mit mir im Alter?“

Der SPD-Ortsverein Rauenberg hatte in Zusammenarbeit mit den umliegenden Ortsvereinen Dielheim, Mühlhausen und Malsch ins "Alte Kino" zum Gesprächsabend eingeladen. In der Reihe „Was Menschen bewegt …“ nahm die Zusammenkunft in Rauenberg die Frage „Was wird mit mir im Alter?“ in den Blick. Holger Schröder, Vorsitzender des SPD-Ortsvereines Mühlhausen-Rettigheim-Tairnbach, war es wichtig, dass die SPD Themen aufgreift, welche die Menschen beschäftigen. Dabei gelte im sozialen Bereich, was Martin Schulz auf dem Parteitag am 25. Juni sagte: „Die Würde des Menschen muss im Fortschritt verwirklicht werden.“

Die Projektbetreuerin für „Altersarmut, Gewalt im Alter und in Würde altern“ (Alwine) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Rhein-Neckar, Bettina Latsch, berichtete von den Angeboten der Awo für Senioren im Rhein-Neckar-Kreis. Neben Sprechstunden, Beratungen und Informationsvorträgen bietet die Awo auch Ü 60-Partys und Senioren-Kino-Veranstaltungen an. Dabei steht neben dem Lesen und Ausfüllen von Bescheiden meist die Begleitung bei Behördengängen. Seit 2009 ermöglicht die Stiftungsinitiative „Alwine“ als Fonds der Freudenberg-Stiftung mit Stifterin Martina Schildhauer die Mitfinanzierung des Eigenanteils an Hausnotrufen. Zukünftig wolle „Alwine“ bereits bei 20- bis 35-Jährigen ansetzen, um ihnen einen besseren Start ins Berufsleben zu ermöglichen und damit langfristig Altersarmut vorzubeugen.

Bettina Latsch zeigt sich allerdings überzeugt, dass der deutsche Sozialstaat eine Vielzahl von Möglichkeiten bereithalte, um Altersarmut vorzubeugen, insbesondere der Rhein-Neckar-Kreis sei mit einer Vielzahl von Diensten und Anlaufstellen ausgestattet. Allerdings sei die Schamgrenze bei den Betroffenen enorm hoch: „Den Schritt hin zu einer Anlaufstelle muss jeder selbst machen. Dann gibt es ganz viele Möglichkeiten von staatlicher Seite.“ Dabei ließ sie die Einwände der Entmündigung nicht gelten. Bei allen sozialen Hilfen für Senioren gelte der Maßstab, dass die Senioren so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben sollten und ambulant betreut werden. „Es kommt nicht zu einer Fremdbestimmung durch andere“, versicherte Bettina Latsch.

Kreis- und Stadträtin Christiane Hütt-Berger zeigte sich dankbar für die Arbeit der Awo, die in enger Verbindung mit dem Sozialamt des Rhein-Neckar-Kreises soziale Verantwortung trage. Der Kreis zeichne sich verantwortlich für die Qualitätssicherung der Altenheime, den Aufbau von ambulanten Tagespflegeeinrichtungen, die beiden Pflegestützpunkte in Walldorf und Weinheim, die Beratungsstellen Pflege, Alter und Versorgung sowie die Versorgungszentren für Senioren. Hinzu komme der neu eingerichtete Kreis-Seniorenrat, der gerade einen Senioren-Wegweiser mit zahlreichen Angeboten zusammengestellt habe.

In Rauenberg könne man stolz auf eine hervorragende Seniorenarbeit sein, so Hütt-Berger. An der Spitze stehen nach ihren Worten der Seniorenbeauftragte Dieter Fendesack mit seinem Team und das Pflegeheim Haus Melchior. Das betreute Wohnen soll erweitert werden, hierzu befände sich der Gemeinderat gerade in ersten Gesprächen.

In der folgenden offenen Diskussion zeigten sich aber noch weitere Sozialprobleme wie der zu geringe soziale und finanzierbare Wohnraum im Rhein-Neckar-Kreis sowie die mangelnde Anerkennung der Kindererziehung durch die Rentenkasse oder die zu teuren Krippenplätze für Kleinkinder.

Text: Benjamin Starke/ RNZ  --- Fotos: Alexander Lucas
Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

 

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18.06.2018 09:08
Berliner Zeilen 9/18.
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