Landeskonzept für Wiedervernetzung – Grünbrücke und Ausbau A6 bei Dielheim

Veröffentlicht am 18.12.2015 in Landespolitik

Foto: Sabine Hebbelmann

Staatssekretärin Dr. Gisela Splett, MdL hatte zu einem Ortstermin nach Dielheim eingeladen. Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, SPD Landtagskandidatin informierte sich bei diesem Termin in ihrem Wahlkreis über den vorgeschlagenen Bau einer sogenannten Grünbrücke über die Bundesautobahn A6. Fakt ist, dass das hohe Verkehrsaufkommen in Deutschland ein gut ausgebautes Verkehrsnetz erfordert.

Ein ungewollter Nebeneffekt der Verkehrsnetze ist die Zerschneidung natürlicher Lebensräume von Tieren und Pflanzen, wie z.B. der Wildkatze. Barrierewirkung der Straßen führt zu einer Isolierung noch vorhandener Lebensräume und wirkt sich negativ auf  die Erhaltung der Artenvielfalt aus, die auch in Baden-Württemberg ein wichtiges Ziel ist. Um hier gegenzusteuern, werden in einem Landeskonzept  Wiedervernetzungsabschnitte ausgewiesen. Über 100 wurden wissenschaftlich ausgewiesen und von diesen dann 25 priorisiert. Der Abschnitt an der A 6 hat Rang 8 im Landeskonzept (http://mvi.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/dateien/PDF/Wiedervernetzung_Steckbriefe-Konfliktstellen_Gesamt.pdf) und soll auf Vorschlag des Landes auch in das „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ aufgenommen werden. Das Bundesprogramm des SPD geführten Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit enthält für Baden-Württemberg insgesamt 12 prioritäre Wiedervernetzungsstandorte, die an Autobahnen und Bundesstraßen in Baden-Württemberg errichtet werden sollen (http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Naturschutz/bundesprogramm_wiedervernetzung_bf.pdf).
Anwesende Fachleute gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass, wenn die Barrierewirkung der A 6 durch eine Grünbrücke verringert würde, der Korridor damit wieder durchlässiger würde und man dann auf eine Wiederverbreitung der Wildkatze und anderer Arten in der Region hoffen dürfe. Derzeit sind hier noch keine Individuen beobachtet worden. Eine solche Grünbrücke über die stark befahrene Autobahn A 6 (75.000 Fahrzeugen pro Tag) ist allerdings in den bisherigen Planungen für den Ausbau nicht vorgesehen. Die schnelle Umsetzung des Autobahnausbaus zwischen den Anschlussstellen Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg durchgehend auf sechs Spuren ist für den ebenfalls anwesenden Bürgermeister Dieter Weis, der für das Verkehrsaufkommen noch höhere Zahlen nannte,  zwingend. Für seine Gemeinde wies er im speziellen natürlich auch auf den Lärmschutz in dem Teilstück hin, in dem derzeit über 2000 Menschen einer unbotmäßig hohen Lärmbelastung ausgesetzt seien. Wenn alles planmäßig läuft, wird wohl in 2017 mit der Bauausführung begonnen werden und dann auch mit dem dringend benötigten Lärmschutz, an dessen Kosten sich die Gemeinde Dielheim beteiligen wolle. 
Splett drückte den Anwesenden ihre Hoffnung aus, dass der Wiedervernetzungsabschnitt in das Bundesprogramm aufgenommen werde und die Grünbrücke im bevorstehenden Ausbau der A 6 umgesetzt werde. Festgehalten wurde deutlich, dass das Land großen Wert auf die zügige Ausbaumaßnahme der Autobahn lege und die entsprechende Zeitplanung nicht gefährdet werde. Schröder-Ritzrau sah das genauso: „Ich sehe oberste Priorität, dass es nicht zu Verzögerungen im A6 Ausbau kommt und hoffe, dass die Synergie im Bau genutzt werden kann und die Grünbrücke gleich mit entsteht.“

 

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