
Seit dem 1. Oktober ist das traditionsreiche Sinsheimer Kennzeichen SNH wieder auf unseren Straßen zu sehen. Eine erfreuliche Nachricht für alle, denen die regionale Identität und Geschichte unserer Heimat am Herzen liegen.
Weniger erfreulich ist allerdings der Versuch des politischen Mitbewerbers, der nach uns meist ein Sharepic veröffentlicht, diese Wiedereinführung nun als eigenen politischen Erfolg zu verkaufen. In ihrem jüngsten Beitrag in der Gemeinderundschau erweckt sie den Eindruck, als sei das Kennzeichen vor allem ihrem Antrag zu verdanken. Eine bemerkenswert einseitige Darstellung der tatsächlichen Abläufe!
Denn die Geschichte der Wiedereinführung beginnt nicht mit einem AfD-Antrag!
Bereits seit über einem Jahrzehnt setzen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger für die Rückkehr des SNH-Kennzeichens ein. Insbesondere Jens-Jochen Roth von der Sinsheimer SPD und seine Mitstreiter der Initiative „Pro-SNH“ haben das Anliegen über viele Jahre beharrlich vorangetrieben. Schon 2019 berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung unter der Überschrift „Wir lassen da nicht locker“ ausführlich über dieses Engagement. Damals warben bereits über 2.000 Fahrzeuge mit entsprechenden Aufklebern für die Wiedereinführung. Die Initiative vernetzte sich sogar mit vergleichbaren Gruppen in ganz Baden-Württemberg.
All das war längst im Gange, bevor die Rechtsextremen das Thema für sich entdeckten.
Auch die SPD-Kreistagsfraktion hat sich keineswegs darauf beschränkt, einen fremden Antrag abzunicken. Vielmehr hat die SPD-Fraktion einen eigenen, ausführlich begründeten Antrag eingebracht, der sich mit den historischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Hintergründen auseinandersetzte. Dabei ging es nicht nur um die Reaktivierung von SNH, sondern auch um die Prüfung des möglichen Kennzeichens RNK.
Im Kreistag wurde ferner nicht über den Antrag der AfD abgestimmt, sondern über eine eigenständige Beschlussvorlage der Kreisverwaltung. Diese berücksichtigte ausdrücklich auch die weitergehenden Forderungen des SPD-Antrags. Ebenso wurde im Sinsheimer Gemeinderat letztlich über einen Beschlussvorschlag der Verwaltung entschieden.
Wer also suggeriert, die Wiedereinführung sei schlicht das Ergebnis eines AfD-Antrags, blendet wesentliche Teile der politischen Vorgeschichte aus.
Besonders bezeichnend ist schließlich, wie der blaue politische Mitbewerber die Ummeldung eines Fahrzeugs ihres eigenen stellvertretenden Ortssprechers öffentlich inszeniert. Ob dessen Fahrzeug tatsächlich das erste mit dem neu ausgegebenen SNH-Kennzeichen war, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben nicht unabhängig überprüfen. Für die eigentliche politische Leistung ist das ohnehin völlig unerheblich. Ein Kennzeichen auf dem eigenen Auto macht noch niemanden zum Wegbereiter seiner Wiedereinführung.
Wir freuen uns über die Rückkehr von SNH. Sie ist das Ergebnis langjährigen Engagements vieler Beteiligter und nicht die Errungenschaft einer einzelnen Partei. Wer sich mit fremden Federn schmückt, sollte nicht erwarten, dass alle anderen die Geschichte vergessen.
Für die SPD: Holger Schröder
