Bericht aus dem Gemeinderat: Digitalisierung in Coronazeiten

Stellungnahme der SPD-Fraktion zur grundsätzlichen Haltung zu den angestoßenen Digitalisierungsprozessen in unserer Gemeinde, unter besonderer Berücksichtigung eines zügigen Breitbandausbaus.
Um auf die neuen Herausforderungen des Schulalltags aufgrund der Corona-Pandemie zu reagieren, brachte die SPD am 23. Juli einen Antrag in den Gemeinderat ein, dem der Rat einstimmig folgen konnte. Demnach sollte bei unseren Schulen ermitteln werden, wie und welche (weiteren) Mittel aus den Fördertöpfen am besten eingesetzt werden können.

Wie sich gerade zeigt, rollt die 2. Welle bereits, daher ist durchaus etwas „Tempo“ geboten.
 

Die Schließung der Schulen im März erfolgte ohne lange Vorankündigung. Daher mussten Kolleginnen und Kollegen, sowie die jeweiligen Schulleitungen spontan und mit kreativen Ideen auf die neuen Umstände reagieren, um angemessene Lösungen für die neuartige Beschulung der Kinder und das Lernen zu Hause zu finden. Die Corona-Krise und die damit verbundenen unterrichtsfreien Wochen im März und April zeigten jedoch die Schwächen im Bereich der Digitalisierung der Schullandschaft – auch bei uns in Mühlhausen - auf.
 

Es wurde deutlich, dass neben der Anschaffung digitaler Endgeräte für Schülerinnen und Schüler auch die digitale Ausstattung unserer Schulen in den Fokus geriet.

Damit beides passgenau erfolgen konnte, waren die Schulleitungen darum gebeten worden, bei Ihren Schülerinnen und Schülern und den jeweiligen Elternhäusern einen möglichen Bedarf an Endgeräten und Internetanschlüssen zu ermitteln. Ferner sollten diese ihre eigenen schulischen Bedarfe mitteilen, damit auch an den Schulen selbst digitales Lernen möglich wird. Nun gilt es die Fördersummen, mit den Vorstellungen der Schulen und den tatsächlichen Kosten in Einklang zu bringen. Ich danke hier der Verwaltung und den Schulleitungen der Mühlhäuser Schulen ausdrücklich, dass sie sich – bei aller Fülle an Aufgaben und weiteren Belastungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt – auch dieser Aufgabe angenommen haben!

Die Sitzungsvorlage macht deutlich, dass den schulischen Wünschen nicht in vollem Umfang Rechnung getragen werden kann, jedoch stimmt uns die Option auf weitere Födermittel hoffnungsfroh, hier noch weiter investieren zu können.
 

Hierbei sollte uns allen klar sein, dass es um die Bildung unserer Kinder geht. Eine bestmögliche Ausstattung unserer Schulen hierfür sollte auch weiterhin höchste Priorität haben, damit auch das Lernen unter Pandemiebedingungen gelingen kann.

Wie das Lernen aussah, mussten alle Schulen im Frühjahr erfahren: Aus diesen wurde deutlich, dass unsere Primar- wie auch die Sekundarschulen z.T. unterschiedliche Erfordernisse und Ansprüche an die digitale Bildung haben. Konkret:

Während digital gestütztes Homeschooling im Primarbereich im engeren Sinne nur schwer und vielleicht auch nur unter gleichzeitiger elterlicher Unterstützung durchführbar war bzw. ist, stellt sich dies im Sekundarbereich anders dar.
 

Deshalb ist es genauso wichtig, auch unseren Schulen einen entsprechenden Breitbandzugang und auch eine adäquate digitale Ausstattung zu ermöglichen.
 

Die Schulen benötigen diesen Zugang, damit sie überhaupt in die Lage versetzt werden, digitale Lernplattformen und Lernmaterialien - nach eigenem Ermessen & Bedarf – verwenden zu können.

Nun mussten wir nach der Präsentation von Seiten des Leiters des "Zweckverbands High-Speed-Netz Rhein-Neckar" Herrn Thomas Heusel erfahren, dass der Ausbau und insbesondere der Anschluss unserer Schulen an das schnelle Internet noch einige Jahre (!) in Anspruch nehmen wird. So präsentierte Herr Heusel bei der letzten Sitzung des Gemeinderats einen "exemplarischen Zeitablauf  eines Projekts" (z.B. den Anschluss unserer Schulen). Dabei wird der Zweckverband erst tätig, wenn ein "Projekt" gemeldet wird. Zum Glück geschah dies bereits im Sommer 2019. Dennoch bemängelte der Rat unisono, dass ein Engagement in diesem Bereich früher hätte erfolgen sollen.

Im Hinblick auf die Arbeit an den Schulen stellte der Fraktionsvorsitzende Holger Schröder klar, dass man aufgrund der aktuellen Corona-Krise nicht so lange warten dürfe und als Übergangslösung Alternativen in den Blick nehmen müsse. "Bereits jetzt müssen sich die Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler stärker mit digitalen Lernangeboten vertraut machen, um der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen zu können. Neben einer annähernd 'schnellen' Internetanbindung, bedarf es hierfür auch eines verlässlichen und stabilen WLANs, das in jedem Klassenzimmer funktioniert", so Schröder.

 

Wie der Leiter des Medienzentrums Herr Bittner etwas später ausführte, rät er der Gemeinde, an den Schulen eine Übertragungsrate von mindestens 100 Mbit zu gewährleisten. Bis der Glasfaserausbau dies ohne Probleme gewährleisten könne, müsse man sich jedoch auf 'schnellere' Alternativen verständigen. Hier könnten z.B. vorhandene Kabelanschlüsse (Pyur) oder auch das Mobilfunknetz (in Rettigheim ist z.B. das Netz des Anbieters O2 sehr gut ausgebaut) genutzt werden.

Gemeinderat stimmt für mehr digitale Endgeräte an unseren Schulen

Bild von: Simone M. Neumann

Um es gleich vorweg zu sagen: Ein erster Schritt ist gemacht, doch kommen die Geräte nicht sofort. In seinem Statement machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Schröder deutlich, dass man schon etwas mehr Tempo machen müsse.

Alle Mühlhäuser Schulen sollen in den Genuss der Förderung kommen, welche nun von Land und Bund an die Kommunen ausgezahlt wurde. Hierbei handelt es sich zunächst nur um die Mittel aus dem "Sofortausstattungsprogramm", die sich auf die jeweilige Schülerzahl folgendermaßen darstellen lassen:

  • GMS Mühlhausen: € 31.330,60
  • Grundschule Rettigheim: € 9.614,08
  • Grundschule Tairnbach: € 4.120,32

Insgesamt erhielt die Gemeinde Mühlhausen € 45.065 (je zur Hälfte von Bund und Land).

Aufgrund der o.g. Fördersummen können nun 63 iPads + ebenso viele Hüllen mit Tastatur, in 5 Koffern und 7 Stiften angeschafft werden. Zusätzlich fallen noch weitere Kosten für das Mobile Device Management an (beinhaltet Einrichtung und Support), das an das "Medienzentrum Heidelberg" vergeben wurde. Hier entstehen einmalige Kosten von € 15,- je Gerät und für den weiteren Support jährlich € 20,- je Gerät.

Wie von Herrn Lang ausgeführt, gibt es noch weitere Fördertöpfe (z.B. Förderpakt "Administration" und "Pakt für digitale Endgeräte für Lehrkräfte" - beides Bundesmittel), die im weiteren Verlauf abgerufen werden können. Je nach Umsetzung an den Schulen können die Endgeräte nun als Leihgeräte an Schüler weitergegeben werden, die auf kein adäquates zurückgreifen können. Doch auch unsere Lehrkräfte brauchen digitale Endgeräte, da sie sich einarbeiten müssen, um im Präsenzunterricht mit digitaler Unterstützung arbeiten zu können. Für Präsenz- aber auch für Fernlernphasen brauchen die Lehrkräfte eine sichere und datenschutzkonforme Lösung:

In diesem Zuge verweist die SPD-Fraktion auf das Schreiben des Kultusministeriums vom 07. Juli verweisen. Hier wird u.a. dargelegt, wie und unter welchen Qualitätskriterien Fernunterricht stattfinden soll. Dabei geht es nicht nur um die Verteilung der Unterrichtsmaterialien, deren Zugang dem Grundsatz der Chancengleichheit unterliegt, sondern auch um die Rückmeldungen, die die Lehrkräfte regelmäßig und verlässlich erteilen müssen (z.B. durch gelegentliche Videotelefonie). Insbesondere für Grundschulkinder ist der Kontakt zu ihrer Lehrkraft enorm wichtig.

Gerade auch hierfür brauchen unsere Lehrkräfte eine datenschutzkonforme Lösung, die einerseits durch Dienst-Tablets und andererseits durch die Verwendung offiziell genehmigter Software (z.B. Threema) hergestellt werden könnte. Wie in der Sitzungsvorlage ersichtlich, wird die Grundschule Rettigheim zur Modellschule, die als erste mit dem Messenger "Threema.Work Education" ausgestattet wird. Nach ihren ersten Erfahrungen sollen die anderen Schulen folgen.

Wie nun deutlich wird, greift die Gemeinde auf Tablets eines großen amerikanischen Herstellers zurück. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass sich diese Geräte in die zum Teil schon bestehende Infrastruktur (oder auch der Altgeräte) einfügen. Es sollte der Grundsatz gelten, dass hinsichtlich der Hard- und Software keine allzu große „Vielfalt“ entsteht. Auch hierbei wird uns das "Medienzentrum Heidelberg" unterstützen, die bereits jetzt für kreisweit 550 Endgeräte zuständig ist. Dabei befinden sich weitere 550 Geräte "in der Pipeline".

In diesem Zusammenhang ist es für die die SPD von großer Bedeutung, dass die Mühlhäuser Schulen schnell und unkompliziert ihren Support erreichen können. Hier versicherte der Leiter des Medienzentrums Herr Bittner, dass man mit den Strukturen sich noch im Aufbau befinde und nach spätestens 2 Tagen mit einer Reaktion rechnen dürfe. Doch auch bei Phasen hoher Beanspruchung könne man zukünftig auf Drittanbieter/ Dienstleister zurückgreifen. Hierfür wird vom Kreistag Rhein-Neckar in ihrer Dezembersitzung ein entsprechender Kooperationsvertrag verabschidet. Aus unserer Sicht muss ein Support noch am selben Tag gewährleistet sein!

Da man das mobile device Management (Support) als Gemeinde auslagert und hierbei auf eine Einrichtung des Kreises zurückgreift (Medienzenrtum) - die im Entstehen begriffen ist - werden die Geräte nicht sofort an die Schulen kommen können. Trotzdem sollten alle Beteiligten darauf achten, dass das "Sofortausstattungsprogramm" diesen Namen auch wirklich verdient! Nach Rückfragen der SPD werden diese Geräte womöglich frühstens zum 2. Halbjahr den Schulen zur Verfügung stehen.

Abschließend nahm die SPD die einzelnen Schulen nochmals gesonder in den Blick:

Rettigheim:

  • Hier ist die Internetverbindung besonders schlecht und auch an einem stabilen WLAN hapert es. Genau deshalb spricht sich die SPD für geeignete Alternativen aus, um eine Überbrückung zu schaffen, bis eine Breitbandversorgung hergestellt ist.
  • Hier sollte man jedoch noch auf dem Schirm haben, dass die Grundschule eine geeignete Verdunkelung benötigt. Schließlich muss es möglich sein, dass digital erfasste Lernmaterialien oder Arbeitsergebnisse auch gut visualisiert werden.

Tairnbach:

  • Bezüglich des Internetzugangs ist es auch hier notwendig, eine sinnvolle Zwischenlösung anzustreben, damit auf die nächsten Jahre hin trotzdem vernünftig gearbeitet werden kann.
  • Auch die GS Tairnbach möchte die Möglichkeit nutzen, per Videocalls mit den Schülerinnen und Schülern in Verbindung zu treten.

Grund- und Gemeinschaftsschule Mühlhausen:

  • Die GMS möchte die Gelegenheit nutzen, um sich in Sachen Digitalisierung breiter aufzustellen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich auch um ältere Schüler handelt, macht dies Sinn. Somit unterstützt die SPD die GMS ausdrücklich darin, weiter in die Digitalisierung zu investieren.
  • Gerade deshalb ist von großer Bedeutung, dass sukzessive alle Klassenräume mit Wiedergabegeräten ausgestattet werden. Hierfür könnten die zu erwartenden Mittel in Höhe von € 133.300 (nur für die GMS!) genutzt werden. Hier ist es wichtig darauf zu achten, dass einheitliche und leicht zugängliche Schnittstellen geschaffen werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Nutzung eines AppleTV hier eine sinnvolle Lösung darstellt.

Ausdrücklich hebt die SPD in diesem Punkt hervor, dass die Mittel aus dem "DigitalPakt Schule" bereits jetzt beantragt werden können. Das Kultusministerium änderte das Verfahren in diesem Punkt, weshalb der Medienentwicklungsplan auch nachgereicht werden kann. Somit würden wir auch weniger Zeit vergeuden und könnten unsere Schulen bereits früher in den Genuss dieser Fördermittel bringen!

 

Die SPD appelliert an alle Verfahrensbeteiligte, dass mit entsprechendem Nachdruck gearbeitet wird, damit die Schulen schnellstmöglich ihre Hard- bzw. Software erhält. Die heute morgen gemeldeten ca. 11.200 Neuinfektionen sollten uns Mahnung genug sein, dass es eben nicht unsere Kinder sind, die bei eventuellen (teilweisen) Schulschließungen die Leidtragenden sind.

SPD: Für mehr Vegetation in Mühlhausen

Ökologie und Naturschutz, damit verbunden die großen Herausforderungen vor die uns der weltweite Klimawandel stellt, sind letztlich Themen der Kommunalpolitik. In den Gemeinden können durch zahlreiche, oft sehr klein wirkende Maßnahmen, Beiträge zur praktischen Veränderung geleistet und nicht zuletzt eine Vorbildfunktion für das Handeln der Bürgerschaft erfüllt werden. Hier können Bürgerinnen und Bürger in ihrer Meinungs- und Willensbildung besonders gut erreicht, Anregungen für letztlich private Entscheidungen vermittelt und schließlich bürgerschaftliches Engagement geweckt und unterstützt werden.

Grundsätzlich – das ist die Position der SPD – ist es besser mit Anregungen, Diskussionsbeiträgen und konkreten Vorschlägen diese Themen voran zu bringen, als mit staatlichen Zwangsmaßnahmen. Wenn es jedoch wirklich nicht mehr anders möglich ist, sich Verantwortliche hartnäckig der Verantwortung entziehen möchten oder auch besondere Zeitnot zur Umsetzung herrscht, sind rechtliche Verpflichtungen unvermeidlich.

Diese Abstufungen öffentlichen Handelns und die damit verbundene Vorstellung von Verantwortung und Vorbild nahm auch in der Gemeinderatssitzung vom 24.09.2020 eine wichtige Rolle ein. Es wurde in der Sitzung ein Antrag von Bündnis 90/ Die Grünen „zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung öffentlicher Grundflächen“ gestellt und kontrovers diskutiert. Der noch vor der Sommerpause, am 14.07. von den Grünen gestellte Antrag richtet sich im Kern auf die Nutzung des Handlungs- und Gestaltungsspielraums der Gemeinde Mühlhausen zugunsten des Naturschutzes und der Ökologie. Daher unterstützte auch die SPD-Fraktion das Anliegen der Grünen, das in einen Beschluss des Gemeinderats mündete. Wie in der Presse (RNZ vom 26./27. Sept) bereits berichtet, entzündete sich am Antrag eine „hitzige Debatte“, da von Seiten der CDU der Standpunkt vertreten wurde, dies sei ohnehin selbstverständlich: „Zu beantragen, dass man sich an die Gesetze halte, unterstelle, dass Rat und Verwaltung das bisher nicht getan hätten, wogegen man sich verwahrte. Man könne die Arbeit von Rat und Verwaltung nicht dergestalt mit '08/15 Selbstverständlichkeiten' blockieren, so Hotz (RNZ, vom 26./27. Sept, S. 3).“

Es ist ein Anliegen der SPD-Fraktion, hier nicht weiter die aufgebrachte Stimmung anzuheizen, sondern anhand von ein paar Fakten zur Versachlichung beizutragen, damit politisch konstruktiv im Gemeinderat gearbeitet werden kann. Zu den Fakten gehört, dass es gegenwärtig keine wirklich klare rechtliche Regelung existiert, nach welcher Gemeinden zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung öffentlicher Grundflächen verpflichtet sind, wie dies im Antrag der Grünen formuliert wird. Es gibt über verschiedene rechtliche Regelungen eher eine übergeordnete politische Verpflichtung, beispielsweise zur Biodiversität. Weil es hier insgesamt einen erheblichen Nachholbedarf auf kommunaler Ebene gibt, wurde in den zurückliegenden Jahren eine Initiative des baden-württembergischen Umweltministeriums „Natur nah dran“, in Zusammenarbeit mit dem NABU-Baden-Württemberg durchgeführt. Durch das nun leider ausgelaufene Programm konnten 61 Gemeinden im Land mit teilweise über 15.000 € gefördert werden, um genau jenes Anliegen der Grünen umzusetzen, das im Zentrum der Debatte stand und das von der SPD-Fraktion unterstützt wird.

Weiterhin wurde in der Gemeinderatssitzung das Thema „Stein- bzw. Schottergärten“ angesprochen. Tatsache ist hierbei, dass nach der Landesbauordnung seit 1995 die Schaffung von sogenannten „Schottergärten“ verboten ist, das Verbot jedoch bislang nicht durch Kontrollen oder Strafmaßnahmen durchgesetzt wurde. 

"Wir setzen vor allem auf Kooperation, die Einsicht der Eigentümer und die Überzeugungskraft der Verwaltung vor Ort", so der Fraktionssprecher Holger Schröder. Aus den Eingangs genannten Gründen hält die SPD-Fraktion auch dies für den richtigen Weg, allerdings wäre es nun höchste Zeit bei den Bürgerinnen und Bürgern auch für diese Einsicht zu werben.

Um in konstruktiver Weise den wichtigen Themenkomplex weiter zu befördern regt die SPD an, auf der Grundlage des vom Gemeinderat beschlossenen Antrags der Grünen für eine Bürgerbeteiligung bei Einrichtung und Pflege derartiger Grünflächen zu werben.

Es sollte insgesamt die Bürgerschaft zugunsten einer ökologisch wertvollen Begrünung unserer Gemeinde angeregt werden, hier ist noch viel zu tun.

Für die SPD: M.M.

Erfolge beim "Offenen Treff" und einer möglichen Neugestaltung der Kindergartengebühren

Der "Offene Treff" in Mühlhausen kommt!

Aufgrund neuer Erkenntnisse hinsichtlich der Unterbringung des „Offenen Treffs“ in Mühlhausen (Hauptstr. 73) schaffte es dieser Punkt erneut auf die Tagesordnung. Für die SPD war es Fraktionsvorsitzender Holger Schröder, der sich erneut für die baldige Realisierung dieses Vorhabens aussprach:

„Verehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Herr Bürgermeister, liebe Frau Meyer!

Zunächst möchte ich Ihnen, Frau Meyer, für die erneute Vorstellung des Konzeptes herzlich danken. Zuvor wurde nun immer wieder von Seiten der CDU darauf hingewiesen, dass man ein solches brauche. Hier liegt nun ein Erstes vor, welches sicher noch in den Anfängen steckt. Dieses sollte noch vollständig ausgearbeitet werden, wofür bereits eine pädagogische Fachkraft zur Verfügung stünde. Nun stellt sich die Frage des Vorgehens bzw. der Umsetzung. Dies ähnelt der Frage, was zuerst da war: Die Henne oder das Ei. Wir vertreten die Auffassung, dass durch einen initiierten „Offenen Treff“ nun die Familien konkret angesprochen werden können, wodurch sich ein stetig vergrößerter Bedarf automatisch einstellt. Darüber hinaus gibt es von Seiten der Mühlhäuser Elternschaft bereits sehr viele Anfragen, weshalb die Möglichkeit des „Offenen Treffs“ umgesetzt werden sollte. Des Weiteren sehen wir die zentrale Lage neben dem Kindergarten als großen Gewinn und daher als geeignete Räumlichkeiten. Die Raumfrage ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Dabei muss darauf geachtet werden, dass nicht alle 2 Jahre andere Räume gefunden werden, denn die Familien brauchen hier Kontinuität. Hinsichtlich der Unterbringung in den Räumen des Jugendtreffs darf nicht vergessen werden, dass zwischen Jugendlichen und Eltern mit Kindern unterschiedliche Ziele und Vorstellungen vorhanden sind, die es nicht zu vermischen gilt. Die von Frau Meyer vorgestellten „5 B’s“ (Betreuung, Beratung, Begegnung, Bildung und Begleitung) sollten nicht nur unter dem bildungstheoretischen Aspekt betrachtet werden. Hier kann die Gemeinde auch auf mögliche Folgekosten Einfluss nehmen. Dadurch, dass wir hier möglichst frühzeitig ansetzen und beraten können, verhindern wir möglichweise größere (Erziehungs-) Probleme bei den Kindern und Jugendlichen, die sonst erst in der Primar- bzw. Sekundarstufe angegangen werden könnten. Hinsichtlich der angespannten Haushaltssituation könnte man die Kosten perspektivisch senken bzw. geringhalten.“

Abschließend zeigt sich die SPD sehr erfreut darüber, dass man der Einrichtung des „Offenen Treffs“ fraktionsübergreifend gewogen ist und die Gründung einstimmig befürwortete. Auch der auf 2 Jahre befristeten Stelle einer pädagogischen Fachkraft konnte mehrheitlich gefolgt werden. Nur in der Frage der Räumlichkeiten soll bis September von Seiten der Verwaltung und der pädagogischen Fachkraft ein entsprechendes „räumliches und pädagogisches Konzept“ vorgestellt werden.

Kindergartengebühren neu denken

Unter Top 8 der Tagesordnung wurde nun über die Aktualisierung der Kindergartensatzung und die Anpassung der Kindergartengebühren 2020/2021 beraten. Unsere generelle Haltung zu dieser Frage legten wir bereits in der Gemeinderundschau Nr. 27 vom 02.07.2020 dar und kann weiterhin auf unserer Homepage unter www.spd-muehlhausen-kraichgau.de nachgelesen werden. Für die SPD macht es mehr als nur einen unseriösen Eindruck, wenn man bei der Erziehung von Kindern (zu Recht!) auf die Verantwortung und auf die Mitwirkung und Mitgestaltung des ganzen Dorfes verweist, sich aber bei der Finanzierung der örtlichen Kinderbetreuung „schlank macht“ und auf die angebliche Verpflichtung der Eltern für ihre Kinder verweist. Deshalb warb die SPD im Gemeinderat dafür, bei der Erhebung der Gebühren eine wirkliche Sozialstaffelung anzudenken und von Seiten der Verwaltung entsprechendes prüfen zu lassen. Diesem gemeinsamen Antrag von SPD/Grüne stimmten bei 4 Enthaltungen alle anwesenden Gemeinderäte zu! Die SPD wird die Ausarbeitung einer Sozialstaffelung der Gebühren konstruktiv begleiten und freut sich über den anstehenden Austausch in den Ausschüssen.

Für die SPD: Holger Schröder

Rettigheims Kanalnetz unter der Lupe

Auch beim nächsten Tagesordnungspunkt war unser Ortsteil im Mittelpunkt der Betrachtung: Der Vorstellung des Generalentwässerungsplans und der Ergebnisse der Eigenkontrollverordnung. Hier wurde der Sachstand vom Ingenieurbüro Willaredt vorgetragen. Diese mussten in der Vergangenheit ca. 14.500 lfdm Kanäle abfahren und untersuchen, um hieraus eine genaue Zustandsbewertung zu erhalten. Als maßgeblicher Parameter zur Leistung unseres Kanalnetzes zog man Starkregenereignisse heran, wie sie alle 1-2 Jahre auftreten und ein Volumen von ca. 23l/h umfassen. Unterm Strich wurde deutlich, dass sich Rettigheim bzgl. des Zustands seines Kanalnetzes „im guten Mittelfeld“ bewege. Konkret bedeutet dies, dass bei „nur“ 3% der Kanäle ein „sofortiger“ Handlungsbedarf und bei 25% ein „kurzfristiger“ Handlungsbedarf bestünde. Insbesondere in der Friedhofs- und Bergstraße müsse zeitnah gehandelt werden, was die Verwaltung jedoch bereits auf der Agenda hat.

Für die SPD-Fraktion: Holger Schröder

Hohe Aufenthaltsqualität für Rettigheim bei geringerem Verkehr

Kostenschätzung verkehrsberuhigende Maßnahmen

Eine durchaus volle Tagesordnung musste der Gemeinderat am 23. Juli in der Mehrzweckhalle in Rettigheim abarbeiten. Nun möchten wir uns einigen anderen Punkten zuwenden. Erfreulicherweise durften recht viele Zuhörerinnen und Zuhörer zu dieser Gemeinderatssitzung begrüßt werden. Hierfür war die Vorstellung des „städteplanerischen Verkehrskonzepts zur Ortsdurchfahrt in Rettigheim“ nicht unschuldig. In diesem Punkt stieß Städteplaner Stefan Wammetsberger vom Ingenieurbüro Köhler und Leutwein auf eine fraktionsübergreifend positive Resonanz.

Der gesamte Gemeinderat fühlt sich hierbei sehr gut beraten, woran sich die SPD-Fraktion nur anschließen kann. Ebenfalls wurde parteiübergreifend sehr viel Richtiges gesagt: Unterschiede gibt es wohl in der Betrachtung der einzelnen Maßnahmen, die man sich dann jedoch im Detail anschauen müsse, wenn diese zur Umsetzung anstünden. Auch die SPD legt einen hohen Wert auf die Aufenthaltsqualität: Sprich Ausgestaltung der Plätze, verbreiterte Gehwege – auch vor stark frequentierten Punkten wie Kirche, Gemeindezentrum, Kindergarten oder Läden. Da sich insbesondere in dem Bereich der Malscher Straße auch die Kerwe (oder auch weitere Feste) abspielen, gilt der dortigen Ausgestaltung ein besonderes Augenmerk. Die Geschwindigkeit zu reduzieren ist richtig und bleibt oberstes Ziel für eine sichere und freundliche Ortsmitte bzw. -durchfahrt. Bei Verschwenkungen, Engstellen und Querungshilfen ist unserer Auffassung nach auch darauf zu achten, dass die örtliche Landwirtschaft mit ihren z.T. großen Geräten auch noch ohne größere Zwischenfälle passieren kann. Ansonsten ist es völlig richtig, dass die Gemeinde die Durchfahrt für den Schwerlastverkehr unattraktiver macht, damit dieser vorrangig die K3520 zwischen Mühlhausen und Östringen nutzt. Während der Sitzung wurden die vorgestellten Maßnahmen bereits mit einer ersten groben Kostenschätzung versehen: Hierbei wurde klar, dass jede Maßnahme gut überlegt sein will, da erhebliche Kosten auf die Gemeinde zukommen können.

Nachträglich wies Städteplaner Wammetsberger noch darauf hin, dass man langfristig nur dann auch sicher sein könne, dass Tempo 30 gefahren werde, wenn man dies eben auch kontrolliere. Da nun nahezu alle Tempo 30 Schilder angebracht zu sein scheinen, ist es wichtig, dass die Gemeinde nun auch wieder mit „mobilen Messeinrichtungen“ (Blitzer) tätig wird und die Ergebnisse (dass geblitzt und wie viele Bescheide ausgestellt wurden) auch veröffentlicht.

Für die SPD-Fraktion: Holger Schröder

Gemeinderat verabschiedet einstimmig den Antrag der SPD zur digitalen Ausstattung unserer Schulen

Der konkrete und exakt auf unsere Gemeinde zugeschnittene Antrag, versteht sich als Initialzündung dafür, dass wir die Schulen in der Gesamtgemeinde für die Erfordernisse der digitalen Welt wappnen. Die Corona-Pandemie macht es erforderlich, dass wir nun zeitnah handeln und gemeinsam mit unseren Schulen ein Konzept zur digitalen Weiterentwicklung erstellen. Bereits vor den Beratungen war sich die SPD darüber bewusst, dass die Verwaltung das Thema auf der Agenda hatte. Allerdings waren die Schulleitungen durch den Antrag der SPD darum gebeten worden, ihre Bedarfe anzumelden bzw. auch bei der Elternschaft eine Erhebung durchzuführen, wie/ob und mit welcher technischen Ausstattung, ihre Kinder überhaupt an einem digitalisierten Distanzunterricht teilnehmen konnten. Nun wird dem Gemeinderat bis Ende des Jahres ein Konzept vorgestellt, wie die Mittel aus dem „Sofortausstattungsprogramm BW“ und dem „DigitalPakt“ sinnvoll, bedarfsgerecht und punktgenau an allen Mühlhäuser Schulen eingesetzt werden können.

Dass wir auch in Mühlhausen unsere Anstrengungen, hinsichtlich einer Weiterentwicklung der digitalen Ausstattung, nicht abreißen lassen sollten, zeigt auch ein Blick in den aktuellen Bildungsplan. Denn mit der „Leitperspektive Medienbildung“ findet nun auch eine spiralcurriculare Verankerung von medienbildnerischen Inhalten statt. Dabei entwickelt sich die Medienbildung zunehmend zu einer zentralen Schlüsselqualifikation, über die junge Menschen verfügen müssen, um sich angemessen in unserer heutigen Mediengesellschaft bewegen zu können. Aufgabe der Schulen aber auch der Erziehungsberechtigten ist es, Kinder und Jugendliche so zu fördern, dass sie sich kompetent und verantwortungsbewusst in der Medienlandschaft bewegen können.

Dann kam die Corona-Pandemie.

Präsenzunterricht war ab dem 16.03. für viele Wochen nicht mehr möglich. Mit großem Einsatz der Mühlhäuser Lehrerinnen und Lehrer wurden Lernpakete geschnürt, welche den Kindern – unter bereitwilliger Einbeziehung der Eltern/ Elternvertreter – sprichwörtlich „zugestellt“ wurden. Alles lief hauptsächlich offline.Nun wirkt die Pandemie auch wie ein Brennglas, welches Probleme vergrößert, aber auch manche Entwicklung beschleunigt. An dieser Entwicklung sollten auch unsere Schulen in Mühlhausen partizipieren dürfen!

Die SPD dankt Herrn Bürgermeister Spanberger und der gesamten Verwaltung ausdrücklich, dass einige nötige Daten und Zahlen sofort mitgeteilt werden konnten. Auch während der Gemeinderatssitzung konnte Rechnungsamtsleiter Sascha Lang darauf verweisen, dass man die Fördertöpfe im Blick habe und konnte die entsprechenden Fördersummen erläutern. Aber ebenso gebührt unser Dank allen Mühlhäuser Schulen – ihren Kollegien und Schulleitungen – die unmittelbar für Gespräche zur Verfügung standen und sich noch in der letzten Woche mit dem Bürgermeister zusammenfanden. Die SPD weiß, was die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen in den letzten Wochen geleistet haben. So waren die Schulleitungen einem besonders hohen Planungs- und Organisationsgrad ausgesetzt: Hygienepläne mussten erstellt und Stundenpläne immer wieder neu aufgesetzt werden.

Somit vielen Dank, dass sie sich am Schuljahresende für dieses Thema Zeit genommen haben, um auch ihre Expertise einzubringen.

Trotz des hervorragenden Engagements der Lehrerinnen und Lehrer, sind bei dem infolge der Corona-Pandemie eingeführten Homeschooling, erhebliche Probleme bei der Ausführung des digitalen Unterrichts deutlich zu Tage getreten. Mit der nun vorliegenden Bekanntmachung sind endlich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Gemeinde den Defiziten bei der Ausstattung von Schülerinnen und Schülern mit mobilen Endgeräten abhelfen können. Damit soll der festgestellten Zunahme der Bildungsungerechtigkeit entgegengewirkt werden.

Die verschiedenen Gespräche machten jedoch auch deutlich, dass an unseren Schulen ebenfalls noch Handlungsbedarf besteht. Dieser äußert sich in ganz grundsätzlichen Dingen: wie z.B. der Anbindung mit schnellem Internet und der Herstellung einer Lan bzw. W-Lan Anbindung in den Klassenzimmern. Letzteres trifft insb. auf Rettigheim und Tairnbach zu. Natürlich müssen Verbesserungen in Tairnbach immer unter dem Lichte betrachtet werden, dass ein Schulhausneubau erfolgen soll.

Gegenwärtig ist es fraglich, ob der Unterricht an den Schulen über das ganze Schuljahr hinweg uneingeschränkt, wie vor der Corona-Pandemie, erfolgen kann. Nach der Urlaubszeit bzw. im Herbst werden wir sehen, ob und in welchem Ausmaß es zu einer 2. Welle kommt. Genau deshalb besteht nun ein schneller Handlungsbedarf, damit für das kommende Schuljahr die Schülerinnen und Schüler notfalls mit mobilen Endgeräten versorgt werden können. Hierdurch kann auch für diese ein Distanzunterricht eher möglich gemacht werden können. Dies stellt sich im Primarbereich jedoch etwas anders dar. Hier ist die mögliche Leihgabe von Endgeräten mit weiteren Problemen verbunden (Eltern müssen die Arbeit mit den Geräten eng begleiten, das ist nicht überall gewährleistet). Deshalb sollten die zur Verfügung stehenden Mittel den Anforderungen im Primarbereich entsprechend eingesetzt werden.

Wie umfangreich sind die Mittel nun, die der Gemeinde Mühlhausen zufließen könnten? Wie Rechnungsamtsleiter Sascha Lang mitteilte, beläuft sich die Förderung aus dem „Sofortausstattungsprogramm BW“ auf 45.000 € und aus dem „DigitalPakt“ sogar 179.000 €, die für alle Schulen in Mühlhausen zu erwarten seien. Bzgl. des „DigitalPaktes“ teilte das KM am 16.07. mit, dass den Schulträgern nun ein „praktikableres Verfahren für eine raschere Umsetzung“ zur Verfügung stehe. Somit könnte der notwendige „Medienentwicklungsplan“, welcher jede Schule anzufertigen hat, auch erst bei der Abrechnung der Maßnahme vorgelegt werden.

Die SPD hob in diesem Zusammenhang hervor, dass neben den Schülerinnen und Schülern insbesondere unsere Schulen selbst von dieser Förderung massiv profitieren würden! Einer Unbedenklichkeitsbescheinigung vorausgesetzt, könnten die Mittel ausdrücklich auch in die schuleigene Infrastruktur fließen, damit diese zügig modernisiert und ausgebaut werden könne. Trotz haarspalterischer und unlauterer Bedenken des (anzahlmäßig) größten politischen Mitbewerbers, stimmten am Ende alle Fraktionen dem Antrag der SPD zu.

Für die SPD-Fraktion: Holger Schröder

Digitale Ausstattungsoffensive – 500 Millionen für mehr Bildungsgerechtigkeit

Gute Nachrichten für Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht auf Laptops zugreifen können. Auf Initiative der SPD stellt der Bund den Ländern ab sofort 500 Millionen Euro bereit, damit diese Laptops oder Tablets an Kinder und Jugendliche ausleihen. „Eine tolle Zukunftsinvestition, damit auch wirklich alle Kinder und Jugendliche gleichberechtigt lernen können“, stellt Fraktionssprecher Holger Schröder fest und führt weiter aus, dass "dies für Baden-Württemberg einen Betrag von ca. 65 Mio. € bedeutet. Wir finden es im Folgenden richtig, dass das Land dies mit weiteren 65 Mio. € unterstützt." Dies stellt auch für unsere Gemeinde eine wichtige Möglichkeit dar, auch unsere Schulen besser auszustatten, damit diese bei der Erstellung professioneller online-Lehrangebote unterstützt werden können. Hier wird die SPD für Mühlhausen aktiv werden.

Sozialdemokratisches Grundanliegen ist, dass auch der digitale Unterricht nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen darf. Das ist eine ganz entscheidende soziale Frage. Auf Initiative der SPD hat deshalb der Koalitionsausschuss Im April ein 500 Millionen Euro starkes Sofortausstattungsprogramm für Schulen auf den Weg gebracht. Nachdem in den vergangenen Wochen alle Länder die Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule unterzeichnet haben, trat am Freitag, den 10.07., die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern in Kraft. Das Geld steht damit bereit.

Alle Kinder müssen teilnehmen können

So äußerte sich unsere Bundesvorsitzende Saskia Esken gegenüber der "Stuttgarter Zeitung", dass im Sofortprogramm ein großes Potenzial für mehr Bildungsgerechtigkeit stecke. Schülerinnen und Schüler, die bis jetzt ohne Laptop oder Tablet weitgehend vom digitalen Unterricht abgehängt waren, würden die notwendigen Geräte und damit Anschluss an digitale Unterrichtsangebote erhalten.

Digitales Lernen immer wichtiger

Ferner plädiert Esken dafür, dass zeitgemäße Lehr- und Lernmethoden mit und über digitale Medien durchgängig Teil eines modernen Unterrichts werden. Die Initiative der SPD sei jetzt eine tolle Zukunftsinvestition, damit auch wirklich alle Kinder und Jugendliche gleichberechtigt lernen können.

Bericht aus dem Gemeinderat: Offene Jugendhilfe in Rettigheim und Mühlhausen

Eine weitere richtungsweisende Entscheidung traf der Gemeinderat beim Punkt „Gründung des Familienzentrums ‚St. Nikolaus‘“. Mit großer Begeisterung und ebenso großem Engagement stellte die Leiterin des Kindergartens „St. Nikolaus“ in Rettigheim, Frau Heidi Meyer, das Konzept eines Familienzentrums vor. Zunächst können wir in der Gesamtgemeinde stolz darauf sein, welch herausragende Kompetenz sich in unseren Kindergärten und auch auf der Leiterebene versammelt.

 

In den vergangenen Monaten war es nun das Team des Kindergartens „St. Nikolaus“ unter der Leitung von Frau Meyer, welches sich in besonderem Maße hervorgetan hat. In ihrem Sachvortrag legte Frau Meyer vollkommen schlüssig und richtig dar, wie sich die gesellschaftlichen Strukturen auch in unserer Gemeinde verändert haben. Abgeleitet von dem afrikanischen Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, erfüllte dies früher die sog. Großfamilie, die bei der Betreuung und Erziehung mithalf. Diese großen Familienstrukturen gibt es heute weitgehend nicht mehr. Ferner müssen auch neue gesellschaftliche Entwicklungen bedacht werden: So wird von Familien z.B. ein besonders hohes Maß an Mobilität verlangt. Dies bedeutet, dass Familien für einen (neuen) Arbeitsplatz umziehen müssen und dafür weite Strecken in Kauf nehmen. Auch die Gesamtgemeinde Mühlhauen kann einen hohen Anteil an neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aufweisen. Hinzu kommt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele, insbesondere Frauen, ein wichtiges Kriterium, auch bei der Wohnortwahl, darstellt. Letztlich kann die Emanzipation der Frau nur dann vollumfänglich gelingen, wenn die Kindertagespflege auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wird.

Genau hier, bei der Unterstützung der Familien und deren Kindern, setzt nun dieses neue Familienzentrum an. Es möchte Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten anbieten und vermitteln, wie auch bei Erziehungsfragen, in Fragen der Bildungs- und Medienkompetenz, Fragen der Alltagsbewältigung und auch bei gesellschaftlichen Fragen, den Eltern mit Rat und Tat zu Seite stehen.

 

Durch dieses Familienzentrum erhält die Gesamtgemeinde Mühlhausen eine große Chance und einen Entwicklungsschub. So trägt das zukünftige Familienzentrum dazu bei, einen weiteren Schritt hin zu einer familienfreundlichen Gemeinde zu machen. Hierdurch werten wir unseren Ort weiter auf und werden dadurch für Familien attraktiv. Nun können auch die verschiedenen Angebote in der Gemeinde gebündelt und auch miteinander vernetzt werden. Dies stellt insbesondere für die Pfarrgemeinde, aber auch für die vielen Vereine und Initiativen, eine Win-Win-Situation dar. Die größten Gewinner sind und bleiben natürlich die Kinder mit ihren Eltern/ Familien, die nun niederschwellige Zugänge erhalten, um an Unterstützungs- und Hilfesysteme zu gelangen.

Die SPD äußerte in ihrem Redebeitrag große Freude darüber, dass aus der Mitte unserer Gemeinde heraus eine solche Initiative entsteht. Wir unterstützen diese vollumfänglich und ausdrücklich und überlegen bereits jetzt, wie wir diese über den bisher zugesagten Förderzeitraum erhalten können. Hierbei betonte Fraktionssprecher Holger Schröder, „dass es an uns allen liegt, ob das Familienzentrum zu dem Erfolgsmodell wird, wie es uns hier soeben beschrieben wurde!“ Die (politische wie auch kirchliche) Gemeinde, alle, die politisch Verantwortung tragen, alle Kindergärten, Vereine, usw. sind gefordert, diese Initiative positiv zu begleiten. Nur so wird die Akzeptanz bei den Familien auch so hoch sein.

Dämpfer für den offenen Treff in Mühlhausen

Das Konzept ist zwar vorrangig in Rettigheim beheimatet, doch gibt es gute und sinnvolle Schnittstellen auch mit Mühlhausen und Tairnbach. Diese Schnittstelle sollte der offene Treff in Mühlhausen werden. Hierfür ist bisher und sollten weiterhin die Räumlichkeiten in der Hauptstr. 73 angemietet und mit einer pädagogischen Fachkraft besetzt werden. Sinn und Nutzen sind der Gleiche wie oben dargestellt! Leider konnten sich Teile des Rates nicht zu diesem großen Wurf durchringen und verwiesen diesen Punkt in den Ausschuss. Gerade in der aktuellen Pandemiesituation wäre der zeitnahe Aufbau einer solchen Einrichtung von unschätzbarem Wert gewesen. Fraktionssprecher Holger Schröder wies im Rat darauf hin, „dass jedes Kind, jede Familie, die so früh wie möglich beraten und gefördert wird, es in unseren Grundschulen und den weiterführenden Schulen leichter haben wird. Denn sonst können etwaige Probleme erst von den dortigen Fachkräften bzw. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern aufgefangen werden.“

Für die SPD: Holger Schröder

Bericht aus dem Gemeinderat

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte sich, wie die demokratische Debattenkultur sich in unserer Gemeinde mehr und mehr entfaltet. So gab es zu den Tops drei (Änderungs-) Anträge und doch einige divergierende Wortbeiträge. Sogleich beim ersten inhaltlichen Top gingen die Meinungen auseinander. Hier ging es zunächst um die Erhebung der Kindergartenbeiträgen, sowie der Kernzeitgebühren an den Tagen der (erweiterten) Notbetreuung und des reduzierten Regelbetriebs bzw. des Präsenzunterrichts. Dass die Elternbeiträge grundsätzlich wieder erhoben werden sollen ist das Eine. Doch zusätzlich unterbreitete die Verwaltung den Beschlussvorschlag, dass die Satzung über die „Erhebung von Gebühren für Kindergärten der Gemeinde Mühlhausen“ um einen Passus ergänzt werden soll. Dieser beinhaltet, dass Gebühren nicht nur „für die Ferien der Einrichtung“ zu zahlen sind, sondern auch für Zeiten, „in denen die Einrichtung aus besonderem Anlass geschlossen ist“. Wie die Gebührenerhebung generell (dazu später etwas mehr), forderte diese Satzungsänderung auch den Widerspruch der SPD heraus. Diesbezüglich teilen wir die Auffassung, dass „die Erhebung von Gebühren die tatsächliche Inanspruchnahme einer Leistung“ voraussetzt. Anders ist dies bei Steuern, die ohne konkrete Gegenleistung erhoben werden. (Wilke, Dieter (1973): Gebührenrecht und Grundgesetz.) Wir halten es schlichtweg für falsch, Familien bei „besonderen Anlässen“, wie es diese Corona-Pandemie eben ist, zu belasten. Es war und ist richtig, dass die Gemeinde in den Monaten April, Mai und Juni die Familien von den Elternbeiträgen befreit hat. Doch sollten wir auch zukünftig darauf achten, dass bei solch großen Ereignissen die Familien weiterhin entlastetet werden können. Im Falle dieser Pandemie handelte bereits der Bund (siehe unsere Berichterstattung zum Konjunkturpaket) und auch das Land, wobei letzteres den Gebührenausfall durch Soforthilfen in Höhe von ca. 106.000 € etwas kompensieren konnte. Doch auch die Gemeinde Mühlhausen darf die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen nicht aus dem Blick verlieren. Im Gegenteil, sie muss diese in ihre Entscheidungen einbeziehen. So unterstützt das Konjunkturpaket der Bundesregierung insbesondere auch Familien mit kleinen und mittleren Einkommen, indem ein Kinderbonus von 300 € je Kind gezahlt wird. Dass nun hergegangen wird und solche Zusatzleistungen z.B. des Bundes zum Teil abgegriffen werden, halten wir für familienpolitisch wie auch volkswirtschaftlich für grundfalsch. Dies kann wohl wirklich nicht im Sinne der Macher des Konjunkturpaktes gewesen sein, dass die Gelder nicht dort ankommen, wofür sie eigentlich gedacht sind: Entlastung der Familien!

 

Doch die SPD lehnte die Erhebung der Kindergartengebühren grundsätzlich ab. Warum? Kostenlose Bildung ist ein Kernanliegen der SPD: Wir sind der festen Überzeugung, dass auch die gebührenfreie Kita gut für unsere Kinder, unsere Familien und unser Land ist. Dies möchten wir anhand folgender 4 Gründe kurz darstellen:

  1. Familien entlasten: Der Besuch einer Kita und die Betreuung in der Kindertagespflege kosten Familien oft mehrere hundert Euro pro Monat und Kind. Durch die Abschaffung dieser Gebühren werden Familien effektiv finanziell entlastet.
  2. Mehr Bildungsgerechtigkeit: Die Grundlage für eine erfolgreiche Bildungsbiographie wird bereits im Kindesalter gelegt. Daher sollte jedes Kind von Beginn an die bestmögliche Förderung erhalten, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
  3. Kinderarmut bekämpfen: Einkommensschwache Familien sind trotz sozialer Staffelung von Kita-Gebühren überdurchschnittlich hoch belastet. (vgl. ElternZOOM 2018 Studie der Bertelsmann Stiftung) Fallen die Kita-Gebühren weg, fördert dies die gesellschaftliche Teilhabe und die Bildungschancen von allen Kindern ganz ohne Stigmatisierung.
  4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Der Besuch einer Kita und der Kindertagespflege sollen die Berufstätigkeit der Eltern ermöglichen und insbesondere Frauen den Weg zurück in den Beruf erleichtern. Kita-Gebühren sind jedoch eine Zugangshürde und wirken derzeit wie eine „Steuer“ nur für Familien. So untergraben sie andere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Unter anderem aus diesen Gründen lehnt die SPD Kindergartengebühren ab. Uns ist jedoch klar, dass dies nicht in einer singulären Entscheidung durch die Gemeinde Mühlhausen allein geschehen kann. Die Gebührenfreiheit muss auch wieder auf die Agenda des Landes! Dieses muss entsprechende Mittel im Haushalt einstellen. Abschließend möchten wir feststellen, dass Baden-Württemberg, neben dem Saarland und Sachsen, das Bundesland ist, das noch keine Beitragsfreiheit hergestellt hat! Selbst das konservativ regierte Bayern gewährt seit dem 01.04.2019 allen Kindern im Kindergartenalter einen Zuschuss von 100 €.

Für den SPD-OV: Holger Schröder

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